Projekt: VFC G36K GBB „KSM Style“ (abgeschlossen)

Ein stimmiges Loadout endet nicht bei der Bekleidung, sondern findet seine konsequente Fortführung in der Bewaffnung. Um mein aktuelles Setup, das sich stark am modernen Kommando Spezialkräfte Marine (KSM) orientiert, zu vervollständigen, war ein Umbau meiner VFC G36K GBB unumgänglich. Ziel war die Transformation zur KA4-Variante – einer Konfiguration, die durch ihre schlanke Silhouette und moderne Ergonomie besticht. Dieser Umbau schließt die Lücke zwischen Gear und Markierer und bringt das gesamte Projekt auf ein neues Level an Authentizität.
Die Basis: Warum die VFC G36K GBB (V2)?
Um das Projekt „G36KA4“ konsequent umzusetzen, war die VFC G36K in der V2-Version meine erste Wahl. Für diese Plattform sprachen drei wesentliche Gründe:
Maximale Detailtreue: VFC ist bekannt für seine hochwertigen Lizenznachbauten. Die authentischen Abmessungen, die korrekten Materialien und die originalgetreuen Markings sind für einen KSM-Rebuild, bei dem es auf Nuancen ankommt, schlichtweg essenziell.
Optimierte Technik (V2): Mit der Version 2 wurden entscheidende Verbesserungen am Gassystem und den Internals vorgenommen. Das sorgt nicht nur für eine stabilere Performance, sondern auch für ein knackiges Repetierverhalten, das den modernen Charakter des Umbaus unterstreicht.
Kompatibilität: Das VFC-System bietet eine hervorragende Basis, um Anbauteile ohne große Anpassungsarbeiten zu montieren, die für den modernen Look nötig sind.
Der Vergleich zur S-AEG Obwohl S-AEGs (elektrische Varianten) oft als pflegeleichter und wetterresistenter gelten, kam dieses System für mein Projekt nicht infrage. Eine S-AEG kann zwar eine hohe Feuerrate und Magazinkapazität bieten, verliert aber im Bereich der Immersion:
Realismus: Das mechanische Feedback, der Rückstoß und der funktionierende Verschlussfang der GBB fehlen bei einer S-AEG komplett oder wirken oft künstlich.
Soundkulisse: Das typische Summen eines Elektromotors passt für mich nicht zu einem authentischen Spezialkräfte-Setup. Das metallische Schlagen der GBB unterstreicht den „KSM-Vibe“ deutlich besser.
Handling: Das Zerlegen der Waffe funktioniert bei der VFC GBB fast wie beim Original – ein entscheidender Faktor für den Bastelspaß und die Nähe zum Vorbild.
Ein weiterer wichtiger Faktor für meine Entscheidung ist mein künftiger Fokus auf MilSim. In diesem Bereich geht es nicht nur um das bloße Treffen von Zielen, sondern um das gesamte Erlebnis und die korrekte Handhabung des Equipments unter „realistischen“ Bedingungen.
Mein Ziel war es, das G36KA4 so nah wie möglich an das reale Vorbild heranzuführen, ohne dabei die Spielbarkeit im Airsoft-Kontext zu verlieren. Durch das GBB-System bin ich gezwungen, realistische Magazinkapazitäten zu nutzen, taktische Reloads sauber durchzuführen und mit dem Rückstoß zu arbeiten. Diese Verbindung aus authentischer Technik und angepasster Airsoft-Performance macht für mich den Kern dieses Projekts aus: Realismus, wo er möglich ist – Funktionalität, wo sie nötig ist.
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Der Handschutz: Das Herzstück des Projekts
Als ich mit dem Umbau begann, stand ich vor einer Herausforderung: Es gab schlichtweg keinen Airsoft-Nachbau des modernen Heckler & Koch Slim Line Handschutzes. Da Kompromisse für mich nicht infrage kamen, fiel die Wahl auf das Originalteil direkt von HK. Mittlerweile gibt es zwar sehr gute Repliken, wie die von Ultima oder die angekündigte Version von Clutch Precision, aber das Original bleibt in Sachen Material und Haptik natürlich die Referenz.
Ein entscheidender Vorteil der VFC G36K GBB ist hier die Geometrie: Da VFC sich extrem nah an die Originalmaße hält, passte der Real-Steel-Handschutz ohne jegliche Anpassungsarbeiten („Drop-in“). Das ist bei vielen S-AEG Modellen am Markt ganz anders – dort entsteht oft ein unschöner Spalt zwischen Handschutz und Body, weil die Gehäusemaße nicht stimmig sind. Lediglich die neueren Ares-Modelle (ab 2019) haben hier ein korrekt dimensioniertes Gehäuse, das dieses Problem umgeht.
Für eine verbesserte Ergonomie und eine kontrollierte Waffenführung habe ich zusätzlich einen Angled Grip montiert. Dieser unterstützt eine natürliche Handhaltung und sorgt dafür, dass sich das G36KA4 trotz der schlanken Silhouette sehr sicher und präzise führen lässt – ein massiver Vorteil, gerade wenn es im MilSim dynamischer zur Sache geht.
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Das LLM01: Ergonomie und authentisches Kabelmanagement
Ein wesentliches Merkmal des G36 im Dienstgebrauch der Bundeswehr ist das Licht-Laser-Modul LLM01. Da mein Umbau dem deutschen Recht entspricht, verwende ich hier selbstverständlich eine deaktivierte Dummy-Version. Mein Fokus lag jedoch auf der funktionalen Anordnung der Bedienelemente, um den Realismus im MilSim-Kontext zu maximieren.
Ich habe das Modul so konfiguriert, dass es mit einem originalen Kabelschalter bedient wird. Da ich Rechtshänder bin und meine stützende linke Hand am Slim Line Handschutz liegt, habe ich den Schalter bewusst auf der rechten Seite des Handschutzes montiert.
Die Befestigung erfolgte dabei ganz klassisch und stabil über den dazugehörigen Clip. Diese Positionierung ist kein Zufall: Wenn ich die Waffe in den Anschlag nehme, liegen meine Fingerspitzen der linken Hand ganz natürlich auf den Tastern des Schalters. Das ermöglicht eine intuitive Bedienung ohne Umgreifen – ein entscheidender Faktor für die Ergonomie und ein Detail, das den „KSM-Vibe“ dieses Umbaus unterstreicht. Das Kabel ist dabei sauber geführt, um im dichten Gelände oder beim Hantieren mit Ausrüstung nirgendwo hängen zu bleiben.
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Die IDZ-Schulterstütze: Maximale Anpassbarkeit
Ein modernes Spezialkräfte-Setup wie das des KSM wäre ohne die IDZ-Schulterstütze nicht vollständig. Während die klassische G36-Stütze in ihrer Länge starr ist, bietet die IDZ-Variante genau die Flexibilität, die ich für mein MilSim-Konzept benötige.
Interessanterweise stammt die Schulterstütze für dieses Projekt von meiner Ares G36. Dass die Teile hier untereinander kompatibel sind, war ein glücklicher Umstand, der den Umbau meiner VFC GBB enorm erleichtert hat. Die Entscheidung für diese Stütze hatte vor allem praktische Gründe:
Ergonomie im Einsatz: Da ich das Gewehr meistens in Kombination mit einem Plattenträger führe, ist die mehrstufige Längenverstellbarkeit ein riesiger Vorteil. Ich kann die Waffe perfekt auf die Dicke meiner Ausrüstung einstellen, um immer den gleichen, sauberen Anschlag zu haben.
Die Wangenauflage: Ein oft unterschätztes Feature ist die höhenverstellbare Wangenauflage. Sie erlaubt es mir, die Kopfhaltung exakt auf die Höhe des Aimpoint Comp M4 abzustimmen. Das Ergebnis ist ein extrem schneller „Eye-Relief“ – sobald ich die Waffe hochnehme, schaue ich direkt durch den Rotpunkt, ohne korrigieren zu müssen.
Gerade im Vergleich zum Standard-Schaft wirkt das G36KA4 durch die IDZ-Stütze deutlich kompakter und moderner, was den speziellen Look der Spezialkräfte unterstreicht.
Die Optik: Aimpoint Comp M4 (Replika)
Bei der Visierung habe ich mich ganz bewusst für das Aimpoint Comp M4 auf der standardmäßigen VFC Visierschiene mit Klappvisierung entschieden. Während man beim KSK fast ausschließlich das EOTech sieht, ist das Aimpoint beim KSM die gesetzte Wahl.
Der technische Hintergrund ist faszinierend: Laut offiziellen Anforderungen hat das Aimpoint in den Tests der Bundeswehr deutlich besser abgeschnitten, da es für die maritimen Anforderungen der Kampfschwimmer – insbesondere die extremen Einsatztiefen beim Tauchen – zuverlässiger abgedichtet ist als die holografischen Visiere von EOTech. Zwar gibt es durchaus Referenzbilder, auf denen auch KSM-Soldaten mit EOTechs zu sehen sind (was oft an persönlichen Vorlieben oder speziellen Missionsprofilen liegt), aber für mich ist das KSM untrennbar mit dem Aimpoint verbunden. Es ist das Markenzeichen dieser Einheit, und genau diesen Charakter wollte ich einfangen.
Die Geschichte hinter der Optik selbst ist dabei fast schon ein kleiner Geheimtipp: Es handelt sich um einen 30-Euro-Klon von Aliexpress. Ursprünglich war der Kauf nur ein Experiment, um zu sehen, ob die günstigen Modelle überhaupt spieltauglich sind. Das Ergebnis hat mich jedoch absolut überrascht:
Präzision: Selbst nach jahrelangem, intensivem Einsatz ist das Absehen immer noch glasklar. Der Punkt ist sauber definiert und franst nicht aus – ein Problem, das man sonst eher von deutlich teureren Nachbauten kennt.
Authentizität: Ein entscheidender Faktor für den Look war die Bauform. Die meisten Comp M4 Klone auf dem Markt haben das Batteriefach oben. Dieser Klon ist jedoch eines der wenigen Modelle, bei dem das Batteriefach unten sitzt, was exakt dem realen Vorbild entspricht und den KSM-Look erst richtig stimmig macht.
Der Schalldämpfer: Ein Blick über den Tellerrand
Den optischen Abschluss bildet der Rotex-V Schalldämpfer von ASG. Hier muss ich ehrlich sagen: Während man auf älteren Bildern des KSM (noch mit dem KAC-Handschutz) oft Schalldämpfer sieht, die schwer zu identifizieren sind, ist die Referenzlage beim modernen KA4-Setup dünn. Dennoch habe ich mich bewusst für den Rotex-V entschieden.
Die Inspiration hierfür kam von den Fernspähern, die das G36KA4 in genau dieser Kombination mit dem Rotex nutzen. Mir gefällt die aggressive, moderne Optik, die der Dämpfer der Waffe verleiht, auch wenn er das eigentlich kompakte G36K wieder deutlich verlängert. Dank des Quick-Detach-Systems (QD) bin ich hier jedoch flexibel: Wenn es im Spiel zu eng wird, ist der Dämpfer mit einem Handgriff vom VFC-Flashhider entfernt, ohne dass das stimmige Gesamtbild leidet.
Fazit: Realismus trifft Spielbarkeit
Rückblickend bin ich mit dem Umbau extrem zufrieden. Das Ziel war es, eine Waffe zu schaffen, die sich nahtlos in mein modernes KSM-Loadout einfügt. Durch die Verwendung von Originalteilen wie dem HK-Handschutz und der gezielten Wahl der VFC V2 als Basis ist ein System entstanden, das in Sachen Detailtreue und Haptik kaum Wünsche offen lässt.
Trotz meines Hangs zu Realismus und Genauigkeit war mir eines wichtig: Es muss nicht immer das teure Originalteil sein. Für den Airsoft-Bereich reicht ein guter Nachbau oft völlig aus, solange die Qualität stimmt und er dem Vorbild optisch nahekommt. Am Ende des Tages ist es auch eine Kostenfrage – Originalteile gehen schnell in die Hunderte von Euro, und man darf nicht vergessen, dass wir hier immer noch über Sportgeräte bzw. „Spielzeug“ sprechen.
Das Projekt zeigt mir, dass die richtige Mischung den Reiz ausmacht: Die Präzision eines Originalteils dort, wo es Sinn ergibt, kombiniert mit preiswerten, aber funktionalen Lösungen wie meinem Aliexpress-Aimpoint. Es sind diese Details, die am Ende den Unterschied zwischen einem einfachen Umbau und einem echten Herzensprojekt ausmachen. Das G36KA4 ist bereit für die nächsten MilSim-Events!





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